Daumesdick – Märchen zum Einschlafen (10 Min.)

Shownotes

Daumesdick – Märchen zum Vorlesen, 12 Minuten, gelesen von Everett. Für Kinder ab etwa drei Jahren, mit einem ruhigen Schluss, der ins Bett führt.

Den Text zum Mitlesen und als PDF zum Ausdrucken gibt es kostenlos auf emhema.de: https://emhema.de/blogs/marchen/daumesdick

Gute-Nacht-Geschichten von EmHeMa – geschrieben von einer Familie aus Osnabrück.

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00:00:01: Gute Nachtgeschichten von Emhema.

00:00:03: Heute Daumestig.

00:00:06: Es war ein armer Bauersmann, der saß eines Abends beim Herd und schürte das Feuer Und die Frau saß daneben und spannt.

00:00:15: Da sagte er

00:00:16: Wie ist es so traurig dass wir keine Kinder haben?

00:00:19: Es ist so still bei uns!

00:00:21: Und in den anderen Häusern ist es laut und lustig.

00:00:24: Ja

00:00:24: antwortete die Frau und säufzte

00:00:28: Wenn es nur ein einziges wäre Und wenn es auch ganz klein wäre, nur so groß wie ein Daumen.

00:00:34: Ich wollte es schon lieb

00:00:35: haben.".

00:00:36: Nun geschah es dass sie ein Kind bekam und es war gesund an allen Gliedern aber nicht länger als einen Daumen.

00:00:44: da sagten Sie

00:00:46: Es ist wie wir es uns gewünscht

00:00:48: haben und es soll

00:00:49: unser Liebeskind sein.

00:00:51: Und weil es so klein war nannten sie es Daumestick!

00:00:56: Sie ließen es an Essen nicht fehlen.

00:00:58: Aber das Kind wurde nicht größer, sondern blieb genau so wie es in der ersten Stunde gewesen war.

00:01:05: Dabei schaute es klug aus den Augen und zeigte bald dass es ein geschicktes und flinkes Ding war dem alles glückte was es anfing.

00:01:15: Eines Tages machte sich der Bauer fertig um in den Wald zu fahren und Holz zu schlagen.

00:01:20: Er sagte so vor sich hin

00:01:22: Wollte ich dass einer da wäre der mir den wagen nachbrechte.

00:01:26: Oh Vater!

00:01:27: Rief Daumistik.

00:01:28: Den Wagen will ich schon bringen!

00:01:30: Verlasst euch drauf, er soll zur bestimmten Zeit im Walde

00:01:34: sein.".

00:01:34: Da lachte der Mann und sagte...

00:01:37: Wie sollte das zugehen?

00:01:39: Du bist viel zu klein um das Pferd mit dem Zügel zu leiten.

00:01:42: Das ist einerlei Vater.

00:01:44: Wenn nur die Mutter anspannen will setze ich mich den Pferrd ins Ohr Und rufe ihm zu wie es gehen soll.

00:01:52: Nun

00:01:53: antwortete der Vater

00:01:54: Einmal wollen wir es versuchen.

00:01:56: Als die Zeit kam, spannte die Mutter an und setzte daumestig dem Pferd ins Ohr.

00:02:02: Und dann rief der Kleine wie das Pferdd gehen sollte!

00:02:10: Da ging es ganz ordentlich als wäre ein richtiger Fuhrmann dabei – und der Wagen fuhr den rechten Weg nach dem Walde.

00:02:18: Nun trug es sich zu dass gerade zwei fremde Männer am Weg standen als der Waken um die Ecke bog.

00:02:25: Was ist das?

00:02:27: sagte der eine.

00:02:28: Da fährt ein Wagen und ein Fuhrmann ruft den Pferd zu, und es doch nicht zu sehen!

00:02:34: Das geht nicht mit rechten Dingen zu,

00:02:36: sagte der andere.

00:02:37: Wir

00:02:37: wollen dem Wagen folgen und sehen wo er hält.

00:02:40: Der Wagen fuhr in den Wald hinein Und richtig zu der Stelle, wo das Holz lag.

00:02:46: Als daumestig seinen Vater erblickte rief er ihm zu Siehst du Vater?

00:02:51: Da bin ich mit dem Waken.

00:02:53: Nun hol mich herunter.

00:02:55: Der Vater fasste das Pferd mit der Linken und holte mit der Rechten sein Sönchen aus dem Ohr.

00:03:01: Der setzte sich ganz vergnügt auf einen Strohhalm.

00:03:05: Als die beiden fremden Männer den Daumistik erblickten, wussten sie vor Verwunderung nicht was sie sagen sollten!

00:03:12: Da zog der eine den anderen bei Seite und

00:03:15: sprach... Hör!

00:03:17: Der kleine Kerl könnte unser Glück machen wenn wir ihn in einer großen Stadt für Geld sehen ließen.

00:03:23: Wir wollen ihn kaufen.

00:03:25: Sie gingen zu den Bauern und sagten,

00:03:27: verkauft uns den kleinen Mann.

00:03:29: Er soll

00:03:29: es gut bei

00:03:30: uns haben.

00:03:31: Nein,

00:03:32: antwortete der

00:03:33: Vater.

00:03:34: Es ist mein Herzblatt und isst mir für alles Gold in der Welt nicht feil

00:03:38: Daumistig.

00:03:39: aber als er von dem Handel hörte war ganz anderer Meinung.

00:03:43: Er kroch an den Rockfalten seines Vaters hinauf stellte sich ihm auf die Schulter und flüsterte ihn ins Ohr

00:03:53: Ich

00:03:53: will schon wieder zu dir

00:03:54: kommen.".

00:03:55: Da gab ihn der Vater für ein schönes Stück Geld den beiden Männern mit.

00:03:59: "-

00:04:00: Wo willst du

00:04:00: sitzen?"

00:04:02: fragten sie ihn.

00:04:03: "-

00:04:03: Ach, setzt mich nur auf den Rand eures Hutes!

00:04:06: Da kann ich auf und abspazieren und die Gegend betrachten – und ich falle so nicht

00:04:11: herunter!".

00:04:12: Sie taten ihm den Willen….

00:04:14: Und als Daumestik von seinem Vater Abschied genommen hatte, zogen sie mit ihm fort.

00:04:20: So gingen sie bis es dämmerig wurde.

00:04:23: Da sagte der Kleine,

00:04:24: hieb mich einmal herunter.

00:04:26: Es ist nütig!

00:04:29: Bleib nur droben,

00:04:30: sagte der Mann auf dessen Kopf er saß.

00:04:33: Ich will mir nichts daraus machen.

00:04:36: Die Vögel lassen ja auch manchmal etwas fallen.

00:04:38: Nein, sagte Daumistick.

00:04:41: ich weiß auch was sich schickt Hieb nicht nur Geschwind herab.

00:04:45: Der Mann nahm den Hut ab und setzte den kleinen auf einen Acker am Weg.

00:04:50: Da sprang und kroch Daumistik ein wenig zwischen den Schollen hin-und her, dann schlüpfte er plötzlich in einen Mauseloch das er sich ausgesucht hatte.

00:05:01: Guten Abend ihr Herren!

00:05:03: rief er ihnen zu.

00:05:05: Nicht nur ohne mich nach

00:05:06: Haus.

00:05:07: Sie liefen herbei und starren mit Stöcken in das Mauseloch hinein aber es war umsonst.

00:05:14: Daumestik kroch immer weiter zurück und da es bald ganz dunkel wurde mussten sie mit Ärger und leerem Beutel wieder heim.

00:05:23: Als daumistig merkte, dass sie fort waren, kroch er wieder heraus!

00:05:28: Es war gefährlich in der Duckelheit über den Acker zu gehen – man bricht so leicht ein Bein.

00:05:34: Zum Glück stieß er an ein leeres Schneckenhaus.

00:05:38: Da kroch Er hinein und wollte gerade einschlafen als er zwei Männer draußen flüstern hörte.

00:05:44: Sie hatten vor dem Pfarrer sein Geld zu

00:05:47: stehen.

00:05:48: Ich helfe euch!

00:05:50: rief Daumistik aus dem Schneckenhaus.

00:05:52: ich passe durch jedes

00:05:53: Gitter.

00:05:54: die Diebe erschraken erst und staunten dann.

00:05:58: sie nahmen ihn mit und setzten ihn vor das Fenster der Schatzkammer.

00:06:02: doch statt leise zu sein schrie daumistick so laut er konnte.

00:06:12: Da wachte die Markt auf, die Diebe rannten davon und Daumestick blieb allein in der Nacht zurück.

00:06:19: Am Abend suchte sich Daumistik ein Nachtlager im Heu einer Scheune.

00:06:24: Er krocht tief hinein, machte es sich gemütlich und schlief ein.

00:06:29: Doch in der Frühe kam die Markt und holte einen armvoll Häufel die Kuh – genau das Büschel, in dem Daumstick lag!

00:06:37: Ehe er auch nur piepsen konnte, hatte die Kuh ihn mit samt dem Heu hinuntergeschluckt.

00:06:43: Im Kuhmagen war es dunkel, warm und ziemlich eng.

00:06:48: Hier ist ja gar kein Fenster!

00:06:50: sagte Daumistik.

00:06:51: Und das kommt immer mehr Heu nach.

00:06:54: Er musste aufpassen dass er nicht unter den frischen Büscheln begraben wurde.

00:06:58: Als die Markt zum Melken kam rief er aus dem Bauch der Kuh so laut er konnte Ist bald genug Heuder?

00:07:06: Die Magd erschrak so sehr, dass sie vom Schemel fiel und den Eimer umstoßen ließ.

00:07:11: Der Bauer dem die Kuh gehörte verstand die Stimme nicht und dachte in seinem Stall sei ein Geist!

00:07:18: Am nächsten Morgen wurde der Kuh geschlachtet – und der Magen mit Samtdaumestik landete auf dem Misthaufen.

00:07:25: Kaum lag er dort, kam ein humriger Wolf vorbei und verschluckte den ganzen Magen einem Hubs.

00:07:33: Nun saß Daumestig im Wolfsbauch Aber weil es dort dunkel und langweilig war, fing er an nachzudenken.

00:07:41: Du!

00:07:42: rief er nach oben.

00:07:43: Ich

00:07:43: weiß einen Ort wo es das beste Essen der ganzen Gegend gibt.

00:07:48: Der Wolf spitzte die Ohren.

00:07:50: Wo denn?

00:07:51: In dem Haus da drüben?

00:07:53: Durch das Loch neben dem Ausguss kommst du hinein Und dann findest du Kuchen Speck und Würste so viel du willst.

00:08:02: Der Wolf ließ sich das nicht zweimal sagen.

00:08:05: In der Nacht zwängte er sich durch das Loch in die Vorratskammer und Daumistik hatte ihm natürlich das Haus seiner eigenen Eltern beschrieben.

00:08:14: Der Wolf fraß und fraß bis nichts mehr übrig war, der Wolf war so voll dass es sich kaum noch bewegen konnte.

00:08:24: als er durch das loch zurück wollte blieb er stecken.

00:08:27: genau darauf hatte daumistick gewartet.

00:08:31: Er fing an zu schreien, so laut er nur konnte.

00:08:35: Sei still!

00:08:36: zischte der Wolf.

00:08:38: Du

00:08:38: wächst die Leute

00:08:39: auf.

00:08:40: Du hast dich satt gefressen!

00:08:42: rief Daumistik.

00:08:44: Jetzt will ich auch meinen Spaß

00:08:46: haben Und er schrie weiter.

00:08:49: Davon wachten der Vater und die Mutter auf.

00:08:52: Sie liefen mit einem Licht in die Kammer und sahn den Wolf.

00:08:56: Der Vater holte die Axt Die Mutter die Sense Bleib hinter mir sagte der Vater.

00:09:02: Wir treiben ihn in die Ecke, dann kommt er nicht mehr an uns vorbei.

00:09:06: Da hörte die Mutter eine ganz kleine Stimme aus dem Bauch des Wolfes rufen

00:09:11: Liebe Eltern!

00:09:12: Ich bin hier dringend!

00:09:13: Ach Gott!

00:09:15: rief der Vater.

00:09:16: Unser Kind lebt.

00:09:17: Vorsichtig öffneten sie den Bauch Und daumestig kletterte heraus Staubich und zerzaust Aber gesund.

00:09:27: Wo bist du überall gewesen?

00:09:29: fragte die mutter.

00:09:31: Ach, sagte Daumistik.

00:09:33: Im Mausloch im Schneckenhaus in Kuhmagen und im Wolfsbauch.

00:09:39: Jetzt bleibe ich

00:09:40: bei euch.

00:09:41: Dann bekam er zu essen und ein neues Hemd Denn das Alte war auf der ganzen Reise ziemlich zerdrückt worden.

00:09:49: Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.

00:09:53: Diese Geschichte gibt es auch zum Ausdrucken kostenlos auf mhema.de.

00:09:59: Dort gibt es auch die Bücher von Ritter Emil und Zauberer Henry.

00:10:03: Schlaf gut!

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