Das hässliche Entlein – Märchen zum Einschlafen (10 Min.)
Shownotes
Das hässliche Entlein – Märchen zum Vorlesen, 11 Minuten, gelesen von Irene. Für Kinder ab etwa drei Jahren, mit einem ruhigen Schluss, der ins Bett führt.
Den Text zum Mitlesen und als PDF zum Ausdrucken gibt es kostenlos auf emhema.de: https://emhema.de/blogs/marchen/das-hassliche-entlein
Gute-Nacht-Geschichten von EmHeMa – geschrieben von einer Familie aus Osnabrück.
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00:00:00: Gute Nachtgeschichten von M. Hema, heute das hässliche Endlein.
00:00:06: Es war so schön draußen auf dem Land es war Sommer Das Korn stand gelb der Hafergrün und um die Wiesen herum lagen große Wälder.
00:00:17: mitten im Sonnenschein lag ein alter Hof mit tiefen Gräben.
00:00:20: ringsum.
00:00:22: am Wasser wuchsen große Klettenblätter So hoch dass ein kleines Kind darunter aufrecht stehen konnte.
00:00:28: Dort unten war es so wild wie im tiefsten Wald.
00:00:32: Und dort saß eine Ente auf ihren Nest, sie brütete ihre Jungen aus und langsam wurde ihr die Sache langweilig.
00:00:40: Es dauerte so lange und Besuch kam fast nie.
00:00:44: Endlich knackte ein Ei nach dem anderen Aus.
00:00:48: jedem streckte ein kleiner Kopf heraus und rief... Wie groß
00:00:54: die Welt
00:00:54: da ist!
00:00:56: ...sagten die Kleinen als sie sich umsaan.
00:00:59: Ihr glaubt wohl, dass hier wäre die ganze Welt?
00:01:02: sagte die Mutter.
00:01:03: Die geht noch weit über den Garten hinaus bis in das Pfarrers Feld hinein aber da bin ich selbst noch nie gewesen.
00:01:11: Seid ihr nun alle da?
00:01:12: Sie waren nicht alle da!
00:01:14: Das größte Ei lag noch immer im Nest.
00:01:18: Ich sitze schon so lange!
00:01:20: säufzte die Ente und setzte sich noch einmal darauf.
00:01:24: Endlich knackte auch dieses Ei.
00:01:27: Heraus purzelte ein Junges Und es war groß und grau, und sah überhaupt nicht aus wie die anderen.
00:01:34: Die Ente betrachtete es lange.
00:01:37: Das ist ein gewaltig großes Entenkind,
00:01:40: sagte sie.
00:01:41: Keines von den Anderen sieht so aus!
00:01:43: Am nächsten Tag führte sie die ganze Schar hinunter zum Wassergraben.
00:01:48: Sie sprang hinein, machte Platsch... ...und eins nach dem andern sprang hinterher auch das große Graue.
00:01:56: Es schwamm sogar besonders gut Gerade und ruhig, mit den Beinchen von selbst im Takt.
00:02:03: Dann ging es hinüber auf dem Entenhof... ...und dort war ein Lärm wie auf einem Markt!
00:02:09: Sieht
00:02:09: euch das an, sagte eine alte Ente Als ob wir nicht schon genug wären.
00:02:15: Und was ist denn das für ein Ding?
00:02:18: Das gehört hier nicht her Und sie flog hin und bis das graue Junge in den Nacken.
00:02:23: Lasst es doch in Ruhe,
00:02:25: sagte die Mutter.
00:02:26: Es tut ja niemandem
00:02:27: etwas.
00:02:29: Es ist zu groß und zu sonderbar, sagten die anderen.
00:02:34: Es muss weg!
00:02:36: Von diesem Tag an wurde es immer schlimmer.
00:02:39: Die Enten wissen es, die Hühner hackten es Und das Mädchen dass die Tiere fütterte stieß es mit dem Fuß beiseite.
00:02:47: Sogar seine eigenen Geschwister waren gemein zu ihm.
00:02:51: Wenn ich doch die Katze
00:02:52: holte, du hättest dieses Ding.
00:02:55: Und zuletzt sagte auch die Mutter,
00:02:58: »Währest du nur weit fort von hier?«.
00:03:01: Das war der Satz, der am meisten weht hat.
00:03:05: Da lief das Endlein und flatterte über den Zaun.
00:03:08: Die kleinen Vögel im Gebüsch flogen erschrocken auf – «Das ist weil ich so hässlich bin!« dachte das Endlean und machte die Augen zu.
00:03:18: Dann lief es weiter immer weiter bis es an ein großes Moor kam wo die wilden Enten wohnten.
00:03:26: Dort lag es die ganze Nacht im Schilf.
00:03:28: Es war müde und es war traurig.
00:03:32: Am Morgen kamen die wilden Enten, und sahen sich den neuen Kameraden an.
00:03:37: Was bist denn du für einer?
00:03:40: fragten sie.
00:03:41: Das Endlein drehte sich nach allen Seiten und grüßte so gut es konnte Du bist wirklich hässlich!
00:03:50: sagten die wilde Enten.
00:03:52: Aber das kann uns gleich sein, solange du niemanden aus unserer Familie heiraten willst.
00:03:58: Das arme Endlein dachte gar nicht ans Heiraten.
00:04:01: Es wollte nur im Schil fliegen dürfen und ein bisschen Moorwasser trinken.
00:04:07: Eines Tages fasste das Endleinen einen mutigen Entschluss.
00:04:11: Es wollte nicht länger im Schillfliegen bleiben sondern in die weite Welt hinausziehen.
00:04:17: Vielleicht gab es irgendwo da draußen einen Ort an dem es willkommen war Ganz gleich, wie es aussah.
00:04:24: Mit pochendem Herzen machte sich das Endlein auf die Reise.
00:04:28: Es wanderte über saftige Wiesen durch dichte Wälder und über plätschernde Bäche.
00:04:34: Am anderen Ende des Morys traf es wilde Gänse.
00:04:39: Du bist wirklich hässlich,
00:04:42: sagten sie.
00:04:43: Aber das ist uns gleich!
00:04:45: Komm
00:04:45: mit wenn du willst.
00:04:47: Zum ersten Mal in seinem Leben lachte niemand über das Entlein.
00:04:51: Doch kaum war der Morgen da, krachten Schüsse über das Moor.
00:04:55: Jäger waren gekommen!
00:04:57: Rauch zog über das Schilf, Hunde sprangen durch das Wasser und die wilden Gänse flogen auf – und kamen nicht wieder.
00:05:05: Das Entlein drückte sich tief ins Schilfe und wagte kaum zu atmen.
00:05:09: Da stand plötzlich ein großer Jagdhund vor ihm.
00:05:13: Die Zunge hing ihm aus dem Maul, die Augen glänzten und erstreckte die Schnauze bis dicht an das Entleien heran.
00:05:21: Dann drehte er sich um und lief davon, ohne zuzuschnappen.
00:05:27: Ach!
00:05:28: dachte das Endlein und zitterte am ganzen Körper.
00:05:32: Ich
00:05:32: bin wohl so hässlich dass mich nicht einmal ein Hund beißen mag.
00:05:37: Am Abend fand das Endlain eine kleine windschiefe Hütte.
00:05:41: Die Tür hing so schief in den Angeln was ein Spalt offen blieb Und durch diesen Spalt schlüpfte das Entlein hinein.
00:05:49: In der Hütte wohnte eine alte Frau mit ihrem Kater und ihrer Henne.
00:05:54: Der Kater konnte schnurren-und Funken sprühen, die Henne legte jeden Tag ein Ei Und beide hielten sich für sehr wichtig.
00:06:02: Kannst du Eier legen?
00:06:04: fragte die Henna.
00:06:05: Nein sagte das Entlein.
00:06:08: Kannst Du schnuren?
00:06:10: fragde der Kater.
00:06:11: Nein sagte Das Endlein.
00:06:14: Dann halt den Schnabel!
00:06:17: sagten Beide.
00:06:18: Das Endlein saß in der Ecke und wurde immer stiller.
00:06:22: Und dann kam eine Sehnsucht über es, die er sich selbst nicht erklären konnte... ...die Sehmsucht nach Wasser, nach Schwimmen, nach dem weiten Himmel darüber!
00:06:34: Es erzählte der Henne davon.
00:06:36: Du hast nichts zu tun, deshalb kommen dir solche Gedanken!
00:06:39: sagte die Henne.
00:06:41: Da ging das Endleinen wieder hinaus in die Welt.
00:06:44: Der Herbst kam Die Blätter wurden gelb-und braun Und der Wind trieb sie über das Wasser.
00:06:51: Dann kam der Winter!
00:06:53: Es wurde so kalt, dass das Wasser um das Endlein herum zu Eis wurde und es musste immerzu schwimmen damit das Loch im Eis offen blieb.
00:07:02: Am Ende war es zu müde... ...es bliebe liegen und froh fest.
00:07:09: Ein Bauer, der über das Eis ging sah den kleinen grauen Vogel festgefroren im Eis.
00:07:15: Er schlug das Eis mit seinem Holzschuh auf nahm das Entlein unter den Arm und trug es nach Hause zu seiner Frau.
00:07:23: In der warmen Stube taute das Entlei langsam auf, doch die Kinder wollten mit ihm spielen und das Entlain erschrak so sehr dass es in den Milchtopf flog dann in die Meeltonne und schließlich durch die offene Tür hinaus in den Schnee.
00:07:39: Den ganzen Winter lag es draußen im Schilf.
00:07:42: Es war ein harter Winter aber auch er ging vorüber.
00:07:47: Eines morgens sang die Lärche wieder, Die Sonne schien warm und das Entlein spürte wie kräftig seine Flügel geworden waren.
00:07:55: Es breitete sie aus und ehe es sich versah flog es hoch über die Gärten hinweg bis zu einem großen Teich auf dem drei weiße Schwäne schwammen.
00:08:06: Ich fliege zu ihnen hin!
00:08:08: dachte das Entlei.
00:08:09: Auch wenn Sie mich fortjagen weil ich so hässlich bin lieber dass als noch einen Winter ganz allein.
00:08:16: Es ließ sich auf dem Wasser nieder und senkte den Kopf.
00:08:20: Doch was sah es da im klaren Wasser?
00:08:23: Sein eigenes Spiegelbild!
00:08:25: Kein grauer Plumpervogelmeer, ein Schwan mit weißen Federn und einem langen geschwungenen Hals.
00:08:34: Die drei großen Schwäne kamen herbei, strichen ihm mit den Schnäbeln über die Federn Und hießen ihn willkommen.
00:08:41: Kinder liefen ans Ufer und warfen Brot ins Wasser – und das kleinste Rief Der Neue ist der Allerschönste!
00:08:49: Da wurde dem jungen Schwan ganz verlegen, zumute.
00:08:53: Er steckte den Kopf unter den Flügel und wusste selbst nicht wohin.
00:08:57: vor Glück.
00:08:58: Er dachte daran wie oft er verjagt und ausgelacht worden war... ...und er war nicht stolz sondern einfach nur froh.
00:09:06: Dann hob er die Flüge, regte den schlanken Hals und schwamm mit den anderen davon.
00:09:12: Und wenn sie nicht fortgeflogen sind Dann ziehen Sie noch heute Ihre Kreise auf dem stillen Wasser.
00:09:19: Diese Geschichte gibt es auch zum Ausdrucken, kostenlos auf mhema.de.
00:09:24: Dort gibt es die Bücher von Ritter Emil und Zauberer Henry.
00:09:28: Schlaf gut!
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