Das fremde Kind – Märchen zum Einschlafen (6 Min.)
Shownotes
Das fremde Kind – Märchen zum Vorlesen, 8 Minuten, gelesen von Everett. Für Kinder ab etwa drei Jahren, mit einem ruhigen Schluss, der ins Bett führt.
Den Text zum Mitlesen und als PDF zum Ausdrucken gibt es kostenlos auf emhema.de: https://emhema.de/blogs/marchen/das-fremde-kind
Gute-Nacht-Geschichten von EmHeMa – geschrieben von einer Familie aus Osnabrück.
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00:00:00: Gute Nachtgeschichten von M. Hema, heute das fremde Kind.
00:00:06: Es war einmal ein Edelmann der hieß Herr von Brakel und wohnte mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in dem kleinen Dorf Brackelheim.
00:00:16: Reich waren sie nicht.
00:00:18: Das Haus war klein, das Dach war alt Und wenn es regnete stellte die Mutter einen Topf unter die Stelle an der es durchtropfte.
00:00:26: Aber hinter dem Haus fing der Wald an Und der gehörte Felix und Christlieb ganz allein.
00:00:32: Dort kannten sie jeden Baum, jeden Ameisenhaufen und jede Stelle an der die Erdbeeren zuerst rot wurden.
00:00:40: Von morgens bis abends waren Sie draußen – und abends kamen sie mit zerkratzten Knien- und voller Geschichten nach Hause.
00:00:48: Eines Tages kam Besuch!
00:00:50: Der reiche Fetter aus der Stadt mit seiner Frau und seinen beiden feinen Kindern.
00:00:55: Sie brachten eine große Kiste voller Spielzeug mit.
00:00:59: Darin lagen ein Jäger, der mit dem Kopf nickte Eine Dame die auf einer Harfe spielte wenn man sie aufzog Ein Männchen das sich verbeugte Und ein ganzer Garten aus lackiertem Holz.
00:01:10: Aber mich zu fest anfassen,
00:01:12: sagte der Fetter
00:01:14: und auf keinen Fall mit hinaus in den Dreck.
00:01:16: Felix und Christlieb gaben sich ehrlich Mühe Doch der Jägar konnte nicht laufen Die Dame konnte nur ein einziges Lied Und schon am zweiten Tag war der Harfe die Seite gerissen und dem Männchen der Arm abgefallen.
00:01:30: Da packten die Kinder alles wieder in die Kiste, stellten sie in die Ecke und liefen hinaus in den Wald.
00:01:36: Und dort mitten auf einer sonnigen Lichtung saß ein Kind das Sie noch nie gesehen hatten.
00:01:43: Das fremde Kind war schöner als Alles was Sie kannten.
00:01:47: Sein Kleid sah aus als wäre es aus Licht- und Blättern gewebt Und niemand hätte sagen können, ob es ein Junge oder ein Mädchen war.
00:01:56: Warum seid ihr traurig?
00:01:58: fragte
00:01:58: er sie.
00:01:59: Ihr habt doch alles!
00:02:01: Dann zeigte es ihnen was es meinte.
00:02:04: Aus Moos baute es einen Schloss mit Zinnen und Toren aus Kieseln machte es Spielsteine die funkelten wie Edelsteine.
00:02:14: Aus zwei Grashalmen wurde eine Flöte.
00:02:17: Es rief und die Rehe kamen aus dem Dickicht Und die Vögel setzten sich ihm auf die Hand.
00:02:24: Ein schwarm, goldener Käfer hob Christlieb hoch und trug sie über die Wiese, dass sie vor Lachen kaum Luft bekam!
00:02:32: Von diesem Tag an kam das fremde Kind jeden Morgen.
00:02:36: Wo wohnt du?
00:02:37: fragte Felix einmal.
00:02:39: Weit fort,
00:02:40: sagte das Kind.
00:02:41: Meine
00:02:42: Mutter ist eine Königin aber ich darf nicht nach Hause so lange ihr Feind frei herumläuft.
00:02:48: Wer isst ihr feind
00:02:50: fragte Christlieb, sagte das fremde Kind leise.
00:02:56: Er war einmal Minister am Hof meiner Mutter und sie hat ihn davon gejagt.
00:03:01: Seitdem sucht er mich und er kann sich verwandeln – am liebsten in eine große dicke
00:03:07: Fliege!
00:03:09: Nicht lange danach brachte der Vater einen Hauslehrer mit nach Hause Magister Tinte hieß er Und schon als er zur Tür hereinkam wurde es im Zimmer kühl.
00:03:20: Er war klein und dick, trug einen schwarzen Rock.
00:03:24: Und seine Augen standen ein wenig zu weit auseinander.
00:03:28: Von nun an war es vorbei mit dem Wald.
00:03:31: von morgens bis mittags mussten Felix und Christlieb Buchstaben malen und Sätze nachsprechen die keinen Sinn ergaben und wenn sie doch einmal hinaus durften war magister tinte immer schon da.
00:03:44: er saß auf einem ast Er hockte im Gras, er summte hinter ihnen her.
00:03:50: Das fremde Kind kam immer seltener.
00:03:53: Ergiss!
00:03:54: flüsterte es zuletzt
00:03:56: Aber solange ihr keine Angst vor ihm habt kann er euch nichts
00:03:59: tun.
00:04:01: Am nächsten Morgen stand Magister Tinte im Garten und schnappte nach den Bienen.
00:04:06: Da fasste Felix sich ein Herz stellte sich vor ihn hin und rief so laut er konnte Ich kenne dich Pepsa.
00:04:14: Im selben Augenblick war der Magister nicht mehr da.
00:04:17: Auf dem Gartentisch saß eine riesige, schillernde Fliege so groß wie eine Katze und Sorte vor Wut!
00:04:25: Christlieb schrie nicht sondern nahm den Besen und schlug nach ihr.
00:04:29: Die Flieger schoss über den Zaun brummte noch einmal böse über den Bäumen und war fort.
00:04:35: Man hat sie nie wieder gesehen.
00:04:37: die Kinder randen in den Wald um es dem fremden Kind zu erzählen.
00:04:41: Doch es saß blass auf seinem Stein, sein Kleid war zerrissen und sein Gesicht war so weiß wie Birkenrinde.
00:04:50: Er hat mich getroffen bevor er ging,
00:04:52: sagte
00:04:53: es Ich muss heim zu meiner Mutter aber weint nicht.
00:04:57: ich bin echt wirklich fort!
00:05:00: Ich bin überall dort wo ihr genau hinschaut.
00:05:03: Es küsste die beiden auf die Stirn dann ging ein Rauschen durch die Wipfel und die Lichtung war leer.
00:05:10: Der Herbst kam, und mit ihm kam Kummer.
00:05:15: Der Vater wurde krank und stand nicht wieder auf.
00:05:18: Das kleine Haus in Brackelheim mussten sie verlassen Und die Mutter zog mit Felix und Christlieb zu verwandten in die Stadt.
00:05:26: Am Abend vor der Abreise gingen die Kinder noch einmal in den Wald.
00:05:30: Sie setzten sich auf den Stein und sagten kein Wort.
00:05:34: Da fiel plötzlich ein warmer Lichtstreifen zwischen die Stämme Und mittendarin stand das fremde Kind, ganz heil und ganz hell.
00:05:44: Und lächelte ihnen zu.
00:05:45: –
00:05:46: Ihr habt mich nicht
00:05:47: vergessen!
00:05:47: – sagte es.
00:05:49: Dann habt ihr auch nichts verloren.
00:05:51: Felix und Christlieb wurden groß und wurden alt.
00:05:55: Und sie haben nie wieder etwas besessen, dass so viel wert war wie das was Sie damals hatten.
00:06:01: Einen Wald und einen Freund.
00:06:04: Und wenn sie nicht gestorben sind… Dann erzählen Sie noch heute davon.
00:06:09: Diese Geschichte gibt es auch zum Ausdrucken, kostenlos auf mhema.de.
00:06:15: Dort gibt es die Bücher von Ritter Emil und Zauberer Henry.
00:06:18: Schlaf gut!
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