Das Märchen vom Schlaraffenland – Märchen zum Einschlafen (8 Min.)

Shownotes

Das Märchen vom Schlaraffenland – Märchen zum Vorlesen, 11 Minuten, gelesen von Irene. Für Kinder ab etwa drei Jahren, mit einem ruhigen Schluss, der ins Bett führt.

Den Text zum Mitlesen und als PDF zum Ausdrucken gibt es kostenlos auf emhema.de: https://emhema.de/blogs/marchen/das-marchen-vom-schlaraffenland

Gute-Nacht-Geschichten von EmHeMa – geschrieben von einer Familie aus Osnabrück.

Transkript anzeigen

00:00:00: Gute Nachtgeschichten von M. Hema, heute das Märchen vom Schlaraffenland.

00:00:07: Es war einmal ein Dorf in dem der Winter lang war und die Suppe dünn.

00:00:13: Die Häuser standen ein bisschen schief Der Rauch aus den Schornsteinen roch nach nassem Holz Und wenn abends der Topf auf den Tisch kam, schaute jeder erst einmal wie viel für die anderen übrig blieb.

00:00:26: In einem dieser Häuser wohnte Hans.

00:00:29: Er war weder besonders klug, noch besonders stark.

00:00:32: Aber zuhören konnte er wie kein Zweiter!

00:00:36: Und am liebsten hörte er die Geschichten, die die alten Leute am Ofen erzählten.

00:00:41: Geschichten von einem Land in dem gebratene Tauben durch die Luft fliegen und einem geradewegs in den Mund hinein wenn man ihn nur weit genug aufmacht.

00:00:51: Schlaraffenland nannten sie es.

00:00:53: Dort sagten Sie wachsen die Kuchen auf den Feldern wie bei uns der Weizen.

00:00:59: Dort führen die Bäche Milch und die Zäune sind aus Bratwurst.

00:01:04: Dort muss keiner arbeiten, und wer es trotzdem tut macht sich

00:01:07: unbeliebt.".

00:01:09: Und wo liegt das?

00:01:10: fragte Hans jedes Mal.

00:01:13: Weit weg!

00:01:15: sagten die Alten und lachten hinter einem Berg aus Reisbrei.

00:01:20: da muss man sich ihn durchessen anders kommt er nicht hinein.

00:01:24: eines morgens im Februar war der Mehlsack leer.

00:01:28: Hans nahm seinen alten Hut, steckte drei Brotkrusten ein und sagte... Dann

00:01:33: esse ich mich eben durch!

00:01:34: Seine Mutter lachte.

00:01:36: Und weinte auch ein bisschen.

00:01:38: Und dann ging er los.

00:01:40: Hans wanderte durch dunkle Wälder und über hohe Berge immer nach Süden weil ihm jemand gesagt hatte das Schlaraffenland liege im Süden und weil man irgendwo anfangen muss.

00:01:52: Er fragte einen Fuhrmann.

00:01:54: der zuckte die Schultern.

00:01:56: Er fragte einen Bettler.

00:01:58: Der schickte ihn nach Westen, er fragte eine Krähe und die sagte gar nichts aber sie flog voraus und Hans ging hinterher.

00:02:07: Am neunten Tag stand er vor etwas das er zuerst für einen Berg aus Schnee hielt.

00:02:13: Er war aber nicht kalt und er roch nach Zimt.

00:02:17: Hans nahm einer Hand voll und probierte Reisbrei warm süß und obendrauf eine Prise Zucker.

00:02:26: Da wusste Hans, dass er richtig war.

00:02:29: Er suchte sich eine gute Stelle, setzte sich hin und fing an zu essen.

00:02:33: Er arß den ganzen Vormittag!

00:02:36: Er arst den ganzen Nachmittag!

00:02:38: Als es dunkel wurde hatte er eine Höhle in den Berg gegessen, in der er schlafen konnte.

00:02:44: Am zweiten Tag arß er weiter.

00:02:46: Am dritten Tag wurde der Brei vor ihm heller – und dann noch heller.

00:02:51: Und am Abend des dritten Tages brach er durch Purzelte den letzten Rest hinunter und landete auf einer Wiese, die nach Vanilleroch.

00:03:00: Hans setzte sich auf und rieb sich die Augen.

00:03:04: vor ihm lag eine Stadt wie er noch keine gesehen hatte.

00:03:08: Die Häuser waren aus Pfefferkuchen gebaut, die Dachziegel aus Schokolade, die Fensterscheiben aus Zuckerglas.

00:03:15: Auf den Feldern ringsum wuchsen keine Ehren sondern fertige Brote und Kuchen Und wer Hunger hatte brach sich einfach eines ab.

00:03:24: Durch die Stadt lief ein Bach.

00:03:27: Hans kniete sich hin und trank.

00:03:29: Es war Milch, kühl und süß.

00:03:32: Weiter unten wurde daraus Honig Und in dem Bach schwammen Fische, die schon fertig gebacken waren.

00:03:39: Wenn man ans Ufer klopfte hüpften sie von selbst heraus.

00:03:43: Die Leute im Schlaraffenland waren fröhlich und rund und hatten alle Zeit der Welt.

00:03:49: Niemand hatte es eilig, niemand schimpfte und wenn jemand mitten am Tag einschlief, deckte ihn ein andere zu.

00:03:57: Die Kinder nahmen Hans sofort in ihre Mitte.

00:04:00: Sie zeigten ihm wie man mit einem Löffel an einer Schnur nach Pudding angelt Wie man auf einem Topfdeckel den Zuckerhügel hinunter rutscht Und wie man sich unter die fliegenden Tauben legt und einfach den Mund aufmacht.

00:04:14: Hans lachte an diesem ersten Tag so viel dass ihm am Abend die Backen wehtaten.

00:04:20: So blieb Hans.

00:04:22: Aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen Jahre und Hans wurde ein Schlaraffenländer wie er im Buche steht.

00:04:30: Er stand spät auf, er half niemandem und er ließ sich die Tauben in den Mund fliegen.

00:04:36: aber eines Morgens wachte er auf und wusste nicht mehr wie seine Mutter aussieht wenn sie lacht.

00:04:51: Es half nichts.

00:04:55: Am Abend saß er am Milchbach und war zum ersten Mal im Schlaraffenland.

00:04:59: traurig, da ging er zum König.

00:05:03: Der König des Schlarffenlandes war ein alter freundlicher Mann der auf einem Thron aus Marzipan saß und König geworden war weil er im ganzen Land am längsten geschlafen hatte.

00:05:15: Ich möchte nach Hause!

00:05:17: sagte Hans.

00:05:18: Der König nickte als hätte er darauf gewartet.

00:05:21: Das sagen sie alle irgendwann,

00:05:24: meinte er.

00:05:26: Und weißt du was?

00:05:27: Es ist das einzig vernünftige, was hier jemals gesagt wird!

00:05:32: Er ließ einen Korb bringen.

00:05:34: Einen ganz gewöhnlichen Weidenkorb mit einem Beckel.

00:05:37: Nimm den mit – er wird nie leer.

00:05:40: Aber merkt ihr

00:05:41: eins….

00:05:42: Was du herausnimmst musst du teilen.

00:05:44: Sonst hört er damit auf.

00:05:46: Hans versprach es.

00:05:48: Bevor Hans ging, führte ihn der König noch einmal durch sein Land damit er auch wirklich alles gesehen hatte.

00:05:55: Sie kamen an einem Zaun vorbei dessen Latten aus Bratwürsten waren.

00:06:00: Nimm dir eine!

00:06:01: sagte der Königs.

00:06:02: Abends wächst sie wieder

00:06:03: nach.

00:06:04: Über ihnen flogen gebratene Tauben und wer den Mund aufmachte dem flogen sie hinein.

00:06:10: Im Bach schwammen Fische die schon fertig gebacken waren und von selbst ans Ufer hüpften.

00:06:16: Und noch etwas musst du wissen,

00:06:18: sagte der König.

00:06:19: Bei uns ist alles anders herum!

00:06:22: Wer am längsten schläft verdient am

00:06:24: meisten.

00:06:25: Wer nie etwas tut wird König und wer anfängt zu arbeiten den setzen wir vor die Tür.

00:06:32: Hans

00:06:32: musste lachen.

00:06:34: Dann bin ich hier wohl der schlechteste Untertan,

00:06:37: sagte er

00:06:38: Denn ich habe gestern den Kindern beim Bauen geholfen.

00:06:41: Zuletzt standen sie vor einem gewaltigen Berg aus Reisbrei.

00:06:45: Da musst du durch, sagte der König.

00:06:48: Durch diesen Berg kommt man herein und durch diesen Berg kommt man wieder hinaus.

00:06:53: Es gibt keinen anderen Weg.

00:06:55: Hans nahm den Löffel, den ihn der Königs reichte und fing an zu essen.

00:07:00: Drei Wochen lang wanderte Hans nach Hause.

00:07:03: Der Korb blieb voll wie der Könige es versprochen hatte Und jeden Abend teilte Hans etwas davon mit den Leuten bei denen er übernachtete.

00:07:12: Als er endlich sein Dorf sah, standen die Häuser noch genauso da wie früher.

00:07:17: Ein bisschen schief und ein bisschen grau!

00:07:20: Aber der Rauch aus dem Schornstein seines Elternhauses roch besser als alle Pfefferkuchenmauern des Schlaraffenlandes.

00:07:28: Seine Mutter ließ den Löffel fallen, als er zur Tür hereinkam – es wurde eine lange Abend, denn Hans hatte viel zu erzählen von der Milchstraße vom Wurstzaun, von den Tauben und vom Reisbreiberg.

00:07:42: Und jedes Mal, wenn er von den Tauben erzählte machten die Kinder im Dorf den Mund auf und warteten.

00:07:48: Den Korb stellte Hans mitten ins Dorf damit alle etwas davon hatten.

00:07:53: Wenn ihn jemand fragte ob er nicht zurückwolle in das Schlaraffenland dann sagte er...

00:07:58: Schön war es aber wisst ihr was das Beste am Schlarraffen Land ist?

00:08:03: Dass man davon erzählen kann!

00:08:05: Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.

00:08:09: diese Geschichte gibt es auch zum Ausdrucken kostenlos auf emhemer.de.

00:08:15: Dort gibt es auch die Bücher von Ritter E-Mail und Zauberer Henry.

00:08:18: Schlaf gut!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.