Der kleine Däumling – Märchen zum Einschlafen (8 Min.)
Shownotes
Der kleine Däumling – Märchen zum Vorlesen, 11 Minuten, gelesen von Irene. Für Kinder ab etwa drei Jahren, mit einem ruhigen Schluss, der ins Bett führt.
Den Text zum Mitlesen und als PDF zum Ausdrucken gibt es kostenlos auf emhema.de: https://emhema.de/blogs/marchen/der-kleine-daumling
Gute-Nacht-Geschichten von EmHeMa – geschrieben von einer Familie aus Osnabrück.
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00:00:00: Gute Nachtgeschichten von M. Hema, heute der kleine Däumling.
00:00:07: Es war einmal ein Holzfeller und seine Frau.
00:00:10: die hatten sieben Kinder alles Jungen.
00:00:13: Sie waren arm.
00:00:14: Der Holzfella ging jeden Tag in den Wald und schlug Holz Und was er dafür bekam reichte gerade eben so lange nichts dazwischen kam und er wuchs auch später fast nicht.
00:00:32: Deshalb nannten ihn alle nur den Däumling!
00:00:36: Er bekam die Schuld für alles, was im Haus schief ging.
00:00:39: Wenn etwas fehlte war er es gewesen.
00:00:42: Wenn jemand über etwas gestolpert war, war er ist gewesen.
00:00:46: Dabei war er der Klügste von den sieben – er redete nur wenig und hörte dafür sehr genau zu.
00:00:52: Dann kam ein Jahr in dem nichts wuchs.
00:00:56: Der Sommer war zu trocken, der Herbst zu nass Und im Winter gab es im ganzen Land nichts mehr zu kaufen.
00:01:03: In vielen Häusern wurde gehungert und im Haus des Holzfellers auch.
00:01:09: An einem Abend saßen die Eltern beim letzten Restfeuer als die Kinder schon im Bett lagen.
00:01:15: Es geht nicht mehr,
00:01:17: sagte der Mann.
00:01:18: Seine Stimme war ganz leise.
00:01:20: Wir müssen sie morgen mit in den Wald nehmen und dort lassen.
00:01:24: Vielleicht findet sie jemand.
00:01:25: Die Frau weinte und sagte Nein und sagte es immer wieder Aber sie wusste auch keinen anderen Rat, und am Ende sagte sie nichts mehr.
00:01:35: Der Däumling lag wach und hörte jedes Wort!
00:01:39: Er schlief in dieser Nacht nicht.
00:01:42: Als es ganz still war stand er auf, zog sich an und ging leise hinaus.
00:01:48: Der Mond stand hoch und am Bach glänzten die kleinen weißen Kiesel wie Silber.
00:01:54: Er sammelte so viele ertragen konnte und stopfte sich beide Hosentaschen voll.
00:02:00: Dann ging er zurück ins Bett und sagte seinen Brüdern kein Wort.
00:02:04: Am Morgen gingen sie los, der Vater ging voran die Mutter blieb zu Hause und drehte sich nicht um.
00:02:12: Die sieben Jungen liefen hinterher und weil sie nicht wussten was los war waren sie sogar guter Dinge.
00:02:19: Der Däumling bliebe immer wieder ein wenig zurück Und jedes Mal wenn er zurückblieb ließ er einen Kiesel fallen.
00:02:27: Sie gingen weit weiter als je zuvor, bis die Bäume so dicht standen dass man den Himmel kaum noch sah.
00:02:35: Dort sagte der Vater
00:02:37: bleibt hier.
00:02:38: ich schlage nur ein paar Äste dann komme ich wieder.
00:02:41: er ging um einen Baum herum und kam nicht wider.
00:02:45: Als die Brüder merkten das sie allein waren fingen sie an zu schreien.
00:02:50: Sie riefen und liefen durcheinander Und weinten alle sechs.
00:02:55: Nur der Däumling weinte Nicht Seid ruhig!
00:02:58: sagte Er.
00:02:59: Ich bringe euch nach
00:03:00: Hause.".
00:03:01: Und als es dunkel wurde und der Mond kam, lagen die Kiesel da wie eine Kette aus kleinen Lichtern.
00:03:08: Und der Däumling ging ihnen nach – und seine sechs Brüder gingen hinter ihm her!
00:03:14: Als die Eltern ihre sieben Söhne am Morgen vor der Tür stehen sahen, waren sie erstaunt und erleichtert zugleich.
00:03:22: Die Mutter weinte und lachte durcheinander und den ganzen Tag über war es im Haus so laut wie lange nicht mehr….
00:03:29: Doch die Hungersnot dauerte an.
00:03:32: Nach einiger Zeit saßen die Eltern wieder abends am Feuer und fassten denselben Entschluss noch einmal.
00:03:39: Der Däumling hörte auch dieses Gespräch.
00:03:42: In der Nacht wollte er wieder hinaus zum Bach, aber die Tür war abgeschlossen.
00:03:48: Da nahm er sein Stück Brot vom Abendessen und steckte es ein um unterwegs Krümel zu streuen.
00:03:54: Erstreute sie sorgfältig den ganzen Weg lang!
00:03:58: Doch als er sie am Abend suchte, war kein einziger mehr da.
00:04:03: Die Vögel waren gekommen und hatten alles aufgepickt.
00:04:07: Diesmal gab es keinen Weg zurück!
00:04:10: Die Sieben Brüder irlten durch den dunklen Wald – und diesmal weinte auch der Däumling ein wenig… aber er ließ es die Anderen nicht sehen.
00:04:20: Nach langem Umherlaufen sahen sie zwischen den Bäumen einen Licht und kamen zu einem großen Haus.
00:04:27: Der Däumling klopfte an.
00:04:29: Es öffnete eine Frau und hinter ihr im Zimmer saß ein riesiger Mann, Ein Oger vor dem sich im ganzen Wald jeder fürchtete.
00:04:39: Die Frau des Ogers versteckte die sieben Brüder unter den Bett Doch als der Oger heimkam schnupperte er und brummte.
00:04:48: Hier riecht es nach Menschenkindern.
00:04:50: Sie redete auf ihn ein bis er endlich sagte Gut!
00:04:55: Morgen früh Dann ging er schlafen.
00:04:58: Im Zimmer nebenan schliefen die sieben Töchter des Ogers.
00:05:02: Jede von ihnen trug im Schlaf ein goldenes Krönchen auf dem Kopf, so war es bei Ogern üblich.
00:05:09: Die sieben Brüder dagegen hatten schlichte Zipfelmützen bekommen.
00:05:16: Mitten in der Nacht stand er auf, schlich hinüber und tauschte.
00:05:21: Er nahm den Mädchen leise die Krönche ab und setzte ihnen die Zipfelmützen auf.
00:05:27: Die Krönchen setzte er seinen Brüdern auf den Kopf, dann legte er sich wieder hin.
00:05:32: Und wirklich?
00:05:34: Noch vor Sonnenaufgang kam der Ogre die Treppe herauf.
00:05:39: Es war stockdunkel und ertastete.
00:05:41: nur nach den Köpfen Wo er Gold spürte ging er weiter.
00:05:46: wo er Wolle spürt blieb er stehen und stand vor den Betten seiner eigenen Töchter.
00:05:52: Das hätte ins Auge gehen können brummte.
00:05:55: er kratzte sich am Kopf und ging wieder hinunter, um sich erst einmal einen Kaffee zu kochen.
00:06:01: In diesem Augenblick waren die sieben Brüder schon aus dem Fenster und randen so schnell Sie konnten in den Wald hinein!
00:06:08: Als der Oger am Morgen merkte dass die sieben Brüde fort waren wurde er fürchterlich wild.
00:06:15: Er ging an den Schrank und holte seine sieben Meilenstiefel heraus.
00:06:19: Mit einem einzigen Schritt kam er damit sieben meilenweit.
00:06:23: Die Brüda hörten es donnern und sahen den Ogre über die Hügel setzen.
00:06:28: Däumling zog sie schnell unter einen Hohlenfelsen, und legte den Finger auf die Lippen.
00:06:37: Der Ogre kam genau bis zu diesem Felsen!
00:06:41: Er war müde von den vielen Meilen, setzte sich obendrauf grübelte ein wenig und schlief ein.
00:06:49: Bald schnarchte er so laut dass die Steine wackelten.
00:06:57: Dann kletterte er ganz vorsichtig hinauf und zog dem schlafenden Oger die Stiefel von den Füßen, einen nach dem anderen.
00:07:06: Die Stiefeln waren riesig!
00:07:09: Doch kaum hatte Däumling hineingeschlüpft, zogen sie sich zusammen bis sie ihm passten wie angegossen.
00:07:16: So sind sieben Meilenstiefel – Sie werden immer genauso groß wie der Fuß, der in ihnen steckt.
00:07:23: Ein Schritt und Däümling stand am Waldrand.
00:07:26: Noch ein Schritt und er stand vor dem Elternhaus.
00:07:30: Seine Brüder kamen erst eine Stunde später außer Atem hinterher.
00:07:36: Von diesem Tag an brauchte kein Boote im ganzen Königreich mehr ein Pferd.
00:07:41: Däumling brachte Nachrichten von einem Ende des Landes zum anderen schneller als der Wind, und der König bezahlte ihn gut dafür.
00:07:50: Sein Vater musste nie wieder Holz schlagen – und Brot gab es jeden Tag!
00:07:55: Und wenn abends alle sieben Brüder um den Tisch saßen, dann sagte die Mutter manchmal leise.
00:08:01: Der kleinste hat uns alle gerettet.
00:08:04: Däumling hörte es und sagte nichts dazu.
00:08:08: Aber er ließ die Stiefel neben seinem Bett stehen – für alle Fälle!
00:08:22: Dort gibt es auch die Bücher von Ritter Emil und Zauberer Henry.
00:08:26: Schlaf gut!
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